Schlecht für Mieter – gut für Investoren

Mit seinem Film bei ZDFzoom dokumentiert Holger Senft Vernachlässigungen und Missstände in den Siedlungen der Deutschen Annington, die mit 180.000 Wohnungen (darunter natürlich auch Kieler Wohnungen) das größte Wohnungsunternehmen in Deutschland. Im Film werden Beispiele mit Schimmelbefall, Rattenplagen, mangelhaften Mieterservice und zerstörten Dächern gezeigt. Was schlecht für die Bewohnerinnen und Bewohner ist, lohnt sich für die Deutsche Annington. Steigende Mieten und Verwahrlosung bringen Erlösmaximierung für die Investoren.

Hier anschauen – Miete gleich Rendite?

Auch in Kiel Deutsche Annington treibt ihr Unwesen. Der Kieler Mieterverein berichtet von einem Fall in dem die Deutsche Annington wegen 16,95 Euro gerichtlich gegen einen Kieler Haushalt vorging.
„Das Unternehmen hat den Zustand des Badezimmers im Mietobjekt als gut bezeichnet. Es hat ferner hervorgehoben, dass eine geringe Wohnungsanzahl im Gebäude einen Zuschlag rechtfertige. Die Heizung und Stromverteilungsanlage seien modernisiert. Mit diesen Argumenten verlangte die Deutsche Annington eine Mieterhöhung auf 5,43 € je Quadratmeter – deutlich oberhalb des Mittelwertes im Rasterfeld G 2 des Kieler Mietspiegels, welches eine Wohnung mit guter Küche oder gutem Bad beschreibt. Tatsächlich erreichte die Wohnung des Mitgliedes nach Auffassung des Mietervereins bestenfalls den Mittelwert des Rasterfeldes G 1 mit 4,67 €. Und dieser Wert lag sogar noch unterhalb dessen, was der betroffene Mieterhaushalt mit 5,15 € tatsächlich schon bezahlte. Der Hinweis darauf hat die Deutsche Annington nicht davon abgehalten, Klage zu erheben.“ (https://www.kieler-mieterverein.de/index.php?option=com_content&view=article&id=237:das-aktuelle-urteil-schlappe-fuer-die-deutsche-annington&catid=1:presse&Itemid=28)
Das Gericht wies die Klage ab und wertete die deutlichen Defizite des Badezimmers unter Einbeziehung der Tatsache einbezogen, dass Heizungs- und Elektroleitungen über Putz verlegt sind. Die Behauptung der Deutschen Annington, dass eine geringe Wohnungsanzahl wohnwertsteigernd sei, folgte das Gericht. Bei einem Im Ortstermin überzeugte sich das Gericht davon, dass insgesamt 24 Wohnungen zu dem Block gehörten.

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